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Citalopram: Wirkung und Nebenwirkungen

Der Arzneistoff Citalopram wird unter anderem gegen Depressionen eingesetzt. Wann die Wirkung eintritt, welche Nebenwirkungen auftreten können, was Patienten beim Absetzen des Mittels beachten müssen
von Apotheker Dr. Martin Allwang, 29.12.2016

Der Wirkstoff Citalopram wird bei Depression und Panickattacken eingesetzt

Thinkstock/ Digital Vision

Kurz zusammengefasst: Das Wichtigste zu Citalopram

•    Citalopram hilft bei Depressionen und Panikstörungen
•    Es kann einige Wochen dauern, bis sich die Wirkung bemerkbar macht
•    Citalopram kann eine Reihe von Nebenwirkungen hervorrufen
•    Nicht mit Johanniskraut kombinieren
•    Nicht abrupt absetzen

Einsatzgebiete: Wofür wird Citalopram typischerweise angewendet?

Citalopram ist ein Wirkstoff, der vorwiegend gegen Depressionen sowie gegen Panikattacken eingesetzt wird.

Wirkung: Wie wirkt Citalopram?

Citalopram gehört zu einer Gruppe von Medikamenten, die fachlich als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bezeichnet werden. Oft findet man auch – gemäß der englischen Bezeichnung dieser Gruppe von Antidepressiva – das Kürzel SSRI (Selective Serotonin Re-uptake Inhibitor). Wie alle SSRIs erhöht auch Citalopram die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn, genauer gesagt an den Verbindungsstellen der Gehirnzellen, den Synapsen. Nach gängigen Vorstellungen spielt Serotonin im Gehirn eine wichtige Rolle für Stimmung und Antrieb. Daher wirkt die Steigerung der Serotoninkonzentration den Symptomen einer Depression wie gedrückter Stimmung und Antriebslosigkeit entgegen.

Was ist bei der Anwendung zu beachten?

Wie bei allen SSRIs kann es auch bei der Behandlung mit Citalopram eine Zeit (einige Wochen) dauern, bis sich die Symptome der Depression deutlich bessern. Weil die antriebssteigernde Wirkung schneller einsetzt als die stimmungsaufhellende, benötigen Patienten zu Beginn der Therapie eine engmaschige Betreuung. Das gilt vor allem für Patienten mit erhöhtem Selbstmordrisiko.

Welche Nebenwirkungen kann Citalopram hervorrufen?

Pharmazeutische Hersteller müssen im Beipackzettel eines Medikaments alle bekannt gewordenen Nebenwirkungen auflisten. Hier werden nur die häufigsten aufgelistet.

Zu den häufigen Nebenwirkungen des Wirkstoffs gehören: Verminderter Appetit und Gewichtsabnahme (gelegentlich kann es aber auch zu vermehrtem Appetit und damit einer Gewichtszunahme kommen), Nervosität, verringerter Spaß am Sex, Ängstlichkeit, Nervosität, Verwirrtheit, anormale Träume, Konzentrationsprobleme, Orgasmusstörungen, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Tremor, Geschmacksstörungen, Kribbelgefühle, Schwindel, Aufmerksamkeitsstörungen, Sehstörungen, Ohrgeräusche, Herzklopfen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Blähungen, vermehrter Speichelfluss, Bauchschmerzen, vermehrtes Schwitzen, Gelenk- und Gliederschmerzen.

Selten sind Fälle eines Serotonin-Syndroms bei Patienten aufgetreten, die SSRIs einnahmen. Eine Kombination verschiedener Symptome wie ein Anstieg der Körpertemperatur, Muskelstarre, Zittern, Krämpfe, Verwirrtheit und Reizbarkeit kann darauf hinweisen, dass sich ein Serotonin-Syndrom entwickelt. Da dies  möglicherweise lebensgefährlich sein kann, müssen Sie beim Auftreten der genannten Symptome sofort den behandelnden Arzt kontaktieren.

Wechselwirkungen: Verträgt sich Citalopram mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln?

Citalopram beeinflusst die Wirkdauer und -stärke vieler anderer Medikamente, auch wird die Wirkung durch andere Wirkstoffe beeinflusst. Daher sollten Sie sich in der Apotheke beraten lassen, ob andere Arzneimittel, die Sie einnehmen, sich mit Citalopram vertragen. Eine wichtige Wechselwirkung ist die mit Johanniskraut. Die Heilpflanze kann die Wirkung von Citalopram in unvorhersehbarer Weise verstärken. Daher sollten Sie auf keinen Fall die ärztlich verordnete Behandlung mit Citalopram mit einem Johanniskraut-Präparat kombinieren, das Sie sich rezeptfrei gekauft haben.

Gegenanzeigen: Wer darf Citalopram nicht anwenden?

Citalopram darf nicht in der Schwangerschaft angewendet werden, außer wenn es zwingend nötig ist. Ansonsten ist das Mittel nicht angezeigt bei Patienten, die auf den Wirkstoff allergisch reagieren.

Wichtiger Hinweis: Nicht abrupt absetzen

Citalopram beeinflusst den Stoffwechsel von Nervenbotenstoffen. Da der Körper sich mit der Zeit daran anpasst, darf das Mittel nicht abrupt abgesetzt werden. Wenn die Therapie beendet werden soll, dann muss die Wirkstoffdosis langsam gemäß der ärztlichen Anweisung reduziert werden. Andernfalls drohen Schwindelgefühl, Empfindungsstörungen, Schlafstörungen, Übelkeit, Zittern, Verwirrtheit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Durchfall, Herzklopfen, Reizbarkeit und Sehstörungen.

Hinweis: Dieser Text enthält nur allgemeine Informationen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Lesen Sie sich unbedingt die Packungsbeilage Ihres Medikaments genau durch und lassen sich von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.


Quellen:

Fachinformation zu Citalopram
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, WVG Stuttgart, 10. Auflage, 2013


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